Meine Diagnose: Brustkrebs.

Vom Glück im Unglück.

Erfahre mehr über meine Diagnose, warum ich sie mit dir teile und welche Neuerungen auf rezeptliebe.net zukommen.

Ich bin eine von acht

Frauen, die in Deutschland an Brustkrebs erkranken.

Melissa Thalkofer | Veröffentlicht am 22.05.2024

Hallo liebe Leserin und lieber Leser,

am 26.04.2024 habe ich mich nach langer Überlegung dazu entschieden, meine Diagnose „Brustkrebs“ öffentlich zu machen. Die erste kurze Bekanntmachung gab es von mir über mein Instagram-Profil @rezeptliebe.

In meinem kurzen Reel dort zeige ich einige Ausschnitte meiner letzten Monate und informiere zum ersten Mal über meine neue Situation. Das Video kannst du dir hier gerne ansehen:

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses persönliche Video überhaupt teile. Aber es ist so, wie es nun ist. So wie mir geht es auch vielen anderen Menschen, die von Krebs betroffen sind. Dabei spielt es keine Rolle, wer von welchem Krebs betroffen ist. Letztendlich sitzen wir alle im selben Boot.

In meinen Fall handelt es sich um die Diagnose Brustkrebs. Die Diagnose war ein großer Schock für mich. Nach meinen ersten Anzeichen hatte ich zwar ein komisches Bauchgefühl, aber diese Diagnose habe ich nicht erwartet. Wer rechnet schon mit sowas?

Die große Frage nach dem Warum?

Natürlich fragte ich anfangs: Warum? Warum habe ich schon so früh Brustkrebs? Warum musste es mich erwischen? Ich bin 32 Jahre alt und stehe mitten im Leben. Ich bin Mama eines Sohnes im Teenager-Alter und bin in Vollzeit selbstständig. Die beste Zeit meines Lebens hat gefühlt gerade erst richtig begonnen.

Doch mir war schnell klar, dass mich solche Fragen nicht weiterbringen. Deshalb konzentriere ich mich seitdem intensiv auf mich und meine Heilung. Mein Brustkrebs ist heilbar. Er wurde früh erkannt und hat nicht gestreut. Man könnte sagen, dass ich viel Glück im Unglück habe.

Wie ging es nach meiner Diagnose weiter?

Kurz nach meiner Diagnose folgten verschiedene Untersuchungen. Danach kam die Port-Operation und meine Antikörper- und Chemotherapie. Meine Ärzte entschieden sich für eine neoadjuvante Chemotherapie. Die Chemotherapie erfolgt dabei vor einer geplanten Operation. Und in meinen Fall konnte man sehen, dass der Tumor zuerst kleiner wurde und dann komplett verschwand. Das ist das bestmögliche Ergebnis, und ich bin so dankbar dafür.

Doch ich bin ehrlich – meine letzten Monate während der Chemotherapien waren alles andere als einfach und schön. Ich habe sehr viel durchgemacht und hatte einige Höhen und Tiefen. Ich bin und war immer sehr positiv eingestellt. Das Thema Essen machte mir aber zu schaffen. Normalerweise liebe ich gutes Essen und das „selber“ Kochen, aber auf meine Nebenwirkungen war ich nicht vorbereitet.

Das Essen hat mir einen Strich durch die Rechnung gezogen.

Vor meiner Diagnose hatte ich immer zu viel Stress. Die ganze Arbeit im Büro als Selbstständige, die Betreuung und Bedürfnisse meines Sohnes, der Haushalt und vieles mehr. Es war mir einfach zu viel. Das „Kochen“ und „Essen“ war die Monate vor meiner Diagnose auch nur noch anstrengend. Es gab zwar jeden Tag eine warme Mahlzeit, aber die Mahlzeiten wurden meist schnell gekocht. Ganz nach dem Motto „Tagesaufgabe Abendessen“, abgehackt und weiter mit der nächsten Aufgabe.

Zu Beginn der Diagnose dachte ich, dass ich mir während der Chemozeit wieder viel mehr Gutes tun werde. Ich wollte raus aus diesem Kreislauf von Stress und Arbeit. Das Leben ist einfach viel zu kurz, und das lerne ich gerade auf die harte Art und Weise. Also beschloss ich, meinen Stress aufs Minimum herunterzuschrauben.

Ebenso wollte ich mich wieder intensiver meiner Leidenschaft, dem Kochen, widmen. Ich wollte mich weiter auf Rezeptliebe entfalten. Ich wollte wieder mehr Rezepte erstellen und mehr experimentieren. Das Thema Essen wollte ich bewusster angehen und einfach alles in Ruhe genießen. Einfach meine Leidenschaft ausleben und es mir gut gehen lassen, soweit es mir möglich ist.

Aber es kam anders als erhofft. Man hört anfangs immer von diesen Nebenwirkungen wie beispielsweise die typische chemobedingte Übelkeit oder das geschwächte Immunsystem. Aber dass es zu solchen extremen Geschmacksstörungen kommen kann – davon wusste ich nichts. Mein Geschmackssinn ist auf dem Kopf gestellt. Fast alles schmeckt anders, ungewohnt und seltsam.

Wieso teile ich meine Diagnose mit euch?

Hätte ich eher gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich anders gehandelt. Ganz klar hätte ich nochmal alle meine Lieblingsrezepte vor der ersten Chemo gekocht. Aber ich hatte einfach keinen Plan und keine Ahnung. Diese Tatsache beantwortet auch die Frage, warum ich meine Diagnose veröffentliche.

Ich bin eine von vielen Menschen, die jährlich an Krebs erkranken. Mit meiner Geschichte kann ich anderen Betroffenen vielleicht etwas Mut machen und auch mit meiner Erfahrung helfen.

Zudem will ich meinen Follower gegenüber authentisch bleiben. Dazu gehört es auch, ehrlich zu sein. Auf die Dauer werde ich meine Diagnose schlichtweg nicht verstecken können, und das will ich auch gar nicht.

Was ist mein neuer Plan mit Rezeptliebe? Wie geht es hier nun weiter?

Natürlich will ich meinen Blog rezeptliebe.net weiterhin ausbauen und auch meinen Instagram-Account @rezeptliebe weiter fortführen.

Aber das weitere Kreiieren von Rezepten wird noch etwas auf sich warten müssen. Meine letzte Chemotherapie ist gerade eine Woche her. Es kann daher noch etwas dauern, bis ich meinen Geschmack wieder zurück erhalte und mich erholt habe.

In der Zwischenzeit werde ich mich aber einfach auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Ich werde vorerst das Beste aus der Situation rausholen. Ich werde meine Erfahrungen in Bezug auf meine Diagnose Brustkrebs und meiner Ernährung teilen. Ich werde aufzeigen, mit welchen Problemen ich zu kämpfen hatte und wie ich mir ein bisschen helfen konnte. Eventuell kann ich auch anderen Betroffenen helfen.

Und in diesem Sinne starte ich meinen neuen Krebs-Blog:

“Der Krebs, meine Ernährung und Ich”.

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